Stellungnahme zum Flächennutzungsplan

Warum unsere Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen dem Vorentwurf zum
Flächennutzungsplan am 13.10.2026 nicht zugestimmt hat:

Zunächst einmal müssen wir betonen, dass die Änderung des Flächennutzungsplans viele positiven Aspekte vorsieht.
Neben realistischen Anpassungen auf tatsächliche Flächennutzung gibt es auch Gebiete, die aus einer möglichen baulichen Nutzung herausgenommen sind. Und das ist sehr gut. Darum haben wir es uns auch nicht leicht gemacht mit unserer Entscheidung dagegen.

Aus unserer Sicht stehen der zusätzliche Flächenverbrauch, die ökologischen Folgen und die langfristigen Kosten in keinem angemessenen Verhältnis zum möglichen Nutzen der neuen Gewerbeflächen.

Ausweisung Gewerbeflächen

Der Entwurf zur Änderung des Flächennutzungsplans sieht neben all seinen positiven Aspekten weitere Ausweisung von Gewerbeflächen am Geisberg vor und vor allem eine Erweiterung des Gewerbegebiets in Richtung Gadheim direkt am Wald.

Wir denken, dass diese Entscheidung nicht gut für Veitshöchheim ist.

Wir brauchen keinen weiteren Supermarkt oder andere Gewerbe am Geisberg, einer der am stärksten befahrenen Kreisstraßen Bayerns. Ein weiterer Discounter beispielsweise bedeutet noch mehr Autoverkehr, mehr LKWs, mehr Müll, mehr Lärm.

Bei der Fläche oben am Wald handelt es sich um fruchtbaren Ackerboden. Hier ist eine Lücke zwischen zwei Waldgebieten. Je größer unbebaute Flächen und Waldstücke zusammenhängen, desto besser ist das für die Artenvielfalt und für unsere Frischluftzufuhr gerade in heißen Sommern.

Welche Probleme sehen wir?

Eine starke Versiegelung, wie es bei Gewerbegebieten in der Regel ist, zerstört diese wertvolle Fläche und führt zu weiterer Aufheizung in heißen Sommern. Sie verringert die Versickerung von Wasser in der Fläche und zerstört Naherhohlungsmöglichkeiten. Wer möchte an dieser Stelle aus dem Wald treten und vor einem Firmengebäude stehen?

Veitshöchheim ist in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen. Wir haben bereits sehr viel Fläche verbraucht und kaum noch freie Flächen übrig. Auch die Bevölkerungsprognosen lassen für die kommenden Jahre kein weiteres starkes Wachstum erwarten.

Aber auch die nächsten Generationen brauchen noch Platz für ihre eigenen Entwicklungsmöglichkeiten. Was wir heute bebauen und versiegeln, steht ihnen morgen nicht mehr zur Verfügung.
Die alte Idee, durch die Ausweisung von Bau- oder Gewerbegebieten Geld für die Gemeinde zu generieren, halten wir für keinen ausreichend überzeugenden Ansatz mehr. Denn:

  • Zu einem großen Teil gehören diese Flächen gar nicht mehr der Gemeinde.
  • Zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen sind keineswegs garantiert. Ob und in welcher Höhe sie tatsächlich anfallen, ist ungewiss. Diese Erfahrung haben wir in Veitshöchheim bereits gemacht
  • Neue Infrastruktur verursacht langfristige Folgekosten. Straßen und andere Einrichtungen müssen unterhalten, instand gesetzt und irgendwann saniert werden. Diese Arbeit muss die Gemeinde in der Zukunft leisten können, denn Straßeninstandsetzungsmaßnahmen sind nur gering gefördert und kosten die Gemeinde viel Geld.

Aus diesen Gründen konnten wir dem Vorentwurf in der vorliegenden Form nicht zustimmen.

1. Höchheimer Drachenfest beg…